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Presseartikel / Vorberichte zum 3. Jugendhaus-Revival
Artikel von Theresa Schäfer über das geplante Jugendhaus-Revival

Jugendhaus in Stuttgart-Vaihingen

Revivalparty feiert die „fantastische Zeit“ von damals

Knutschen, abhängen, feiern: Das Vaihinger Jugendhaus in den 1980er Jahren.
Knutschen, abhängen, feiern: Das Vaihinger Jugendhaus in den 1980er Jahren.

In den 1980ern war das Vaihinger Jugendhaus in der Walter-Heller-Straße vielen ein zweites Zuhause. Zum dritten Mal nach 2001 und 2011 feiert die erste Besuchergeneration ein Revival.

Lutz Kommke erinnert sich noch an einen Frühlingstag, irgendwann Mitte der 1980er Jahre muss das gewesen sein. „Wir hatten März oder April und es war zum ersten Mal so warm, dass man ohne Jacke draußen sein konnte. Da waren mit einem Schlag 80 Leute auf der Terrasse.“ Von diesem Nachmittag im Vaihinger Jugendhaus gibt es ein Foto.

Kommke, der in Leinfelden-Echterdingen ein Yogastudio betreibt, wird sehr nostalgisch, wenn er es anschaut. Denn es fängt die Stimmung ein, die damals im Jugendhaus in der Walter-Heller-Straße herrschte. „Das war eine fantastische Zeit“, erinnert er sich. Eine Zeit, die das Jugendhaus-Revival am Samstag, 28. Februar, wieder aufleben lassen soll.

Schon zwei Mal – 2001 und 2011 – haben sich in der Walter-Heller-Straße rund 200 Leute getroffen, die früher zum ganz festen Jugendhaus-Kreis gehörten. 2021 war alles für ein drittes Revival vorbereitet, da kam der zweite Corona-Lockdown dazwischen. Nun also 2026 – das Vaihinger Jugendhaus wird dann 45 Jahre alt.
Legendäre Jugendhauspartys

Als das moderne Holzhaus mit den rot gestrichenen Fensterläden 1981 eröffnete, war Lutz Kommke 13 Jahre alt. Damals stand es noch ganz allein im Grünen, später rückten Neubauten heran. „Es war unglaublich, was man hier alles machen konnte“, erinnert sich der 57-Jährige. Es gab eine Autowerkstatt, in der die Jugendlichen unter Anleitung alte Karren zerlegen und an ihren eigenen Autos schrauben konnten. Im Fotolabor wurden Bilder entwickelt. In der Holzwerkstatt wurde geschreinert, im Töpferraum getont. Es wurden legendäre Partys gefeiert. Grufties fanden hier genauso ein Zuhause wie Fans von New Wave oder Italo-Disco.

Knutschen und „Vier gewinnt“-Zocken: Dieses Bild wurde im Fotolabor des Jugendhauses entwickelt.
Knutschen und „Vier gewinnt“-Zocken: Dieses Bild wurde im Fotolabor des Jugendhauses entwickelt.

Handys gab es noch nicht, niemand scrollte endlos durch Instagram oder schaute ein Tiktok-Video nach dem anderen. Stattdessen frotzelte man beim Tischkickern oder Billard und guckte verstohlen nach den Mädels. War man 16, durfte man auch ein Bier trinken. 100 bis 200 junge Leute, schätzt Kommke, haben dort beinahe jeden Nachmittag und Abend verbracht.

Und auch nur die sind zum Revival eingeladen. Es gibt eine Gästeliste und wer auf der nicht steht und am 28. Februar trotzdem kommen will, muss auf der offiziellen Homepage glaubhaft machen, dass er ein regelmäßiger Gast im Jugendhaus war und nicht nur ab und zu mal einen Discoabend dort besucht hat. „Da sind wir schon streng.“ 100 bis 150 Leute erwartet Kommke, der das Revival zusammen mit Susann Schwarz organisiert.

Über 20 von damals sind schon gestorben

Nochmal fünf Jahre warten und den Fünfzigsten feiern? „Der Zehn-Jahres-Rhythmus ist zu lang“, sagt Kommke. „Wir werden alle nicht jünger.“ Über 20 Menschen aus dem Jugendhaus-Kreis von damals seien schon gestorben, manche sind schwer krank, „andere sind nicht mehr auffindbar“. Eingeladen sind auch die damaligen Mitarbeiter, natürlich auch der Leiter Bernd Schmidt.

Ein Foto vom ersten Jugendhaus-Revival im Jahr 2001.
Ein Foto vom ersten Jugendhaus-Revival im Jahr 2001.

Mit dem Revival wollen sie den „Geist von damals“ heraufbeschwören – so wie 2001 und 2011, als sich alte Freunde glücklich in den Armen lagen, Erinnerungen austauschten, als Tränen flossen, weil man so froh war, sich wiederzusehen. „Es war eine unglaubliche Euphorie. Als die Party vorbei war, wurde es schon wieder hell.“ Unter den Partygästen sind Ärztinnen und Piloten, Lkw-Fahrer und Gastronomen, sie kommen extra aus Hamburg, Berlin oder München angereist, um dabei zu sein.

Im Vaihinger Jugendhaus entstanden Freundschaften, die bis heute halten, manche Pärchen von damals sind heute verheiratet und haben Kinder. „Das war so ein lebhafter Ort“, sagt Kommke. „Wir sind dem Jugendhaus und dem Team von damals sehr dankbar, dass wir so eine tolle Zeit dort haben durften.“

Revival am 28. Februar

Potluck-Party

Alle Gäste, die am 28. Februar beim Jugendhaus-Revival feiern, steuern etwas zum „Riesenbuffet“ bei, sagt Lutz Kommke. Für Getränke muss man bezahlen. Wenn alle Kosten für das Fest gedeckt sind, wird der Rest an die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft gespendet.

Text: Theresa Schäfer

Dazu wurden in der Galerie diese acht Fotos veröffentlicht:

1/8 Knutschen, abhängen, feiern: Das Vaihinger Jugendhaus in den 1980er Jahren.
1/8 Knutschen, abhängen, feiern: Das Vaihinger Jugendhaus in den 1980er Jahren.
2/8 Ein Frühlingstag in den 1980er Jahren: Auf der Terrasse des Vaihinger Jugendhauses war gut was los.
2/8 Ein Frühlingstag in den 1980er Jahren: Auf der Terrasse des Vaihinger Jugendhauses war gut was los.
3/8 Bernd Schmidt war der erste Leiter des neu gebauten Jugendhauses in der Walter-Heller-Straße.
3/8 Bernd Schmidt war der erste Leiter des neu gebauten Jugendhauses in der Walter-Heller-Straße.
4/8 Legendär: Die Jugendhaus-Discos, bei denen auf der Tanzfläche kaum ein Durchkommen war.
4/8 Legendär: Die Jugendhaus-Discos, bei denen auf der Tanzfläche kaum ein Durchkommen war.
5/8 Wer 16 war, bekam auch ein Bier – und drinnen rauchen war damals noch erlaubt.
5/8 Wer 16 war, bekam auch ein Bier – und drinnen rauchen war damals noch erlaubt.
6/8 Im Hof konnten Autos repariert und Uraltkarossen ausgeschlachtet werden.
6/8 Im Hof konnten Autos repariert und Uraltkarossen ausgeschlachtet werden.
7/8 Faschingsparty im Jugendhaus – und Albert Einstein war auch da.
7/8 Faschingsparty im Jugendhaus – und Albert Einstein war auch da.
8/8 Die Jugendhaus-Clique fuhr auch gemeinsam in den Urlaub – 1986 mit dem Bus nach Südfrankreich.
8/8 Die Jugendhaus-Clique fuhr auch gemeinsam in den Urlaub – 1986 mit dem Bus nach Südfrankreich.

Filderzeitung vom 26.02.2001

Zeitungsartikel in der Filderzeitung vom 26.02.2001
Zeitungsartikel in der Filderzeitung vom 26.02.2001

In den 80er-Jahren hielten sie das Jugendhaus besetzt: Der erste Hausleiter Bernd Schmidt zusammen mit dem heutigen Chef Klaus Hausch und die ehemaligen Dauergäste Susann Schwarz, Lutz Kommke und Thomas Hübner.

Vom Tischerücken zum Internet-Crashkurs

20 Jahre Jugendhaus: Aus der gemütlichen Teestube ist ein professioneller Dienstleister geworden

Vaihingen. Mit Herzklopfen ist Susann Schwarz das erste Mal seit zwölf Jahren wieder in die Walter-Heller-Straße eingebogen. So aufgeregt war sie, dass sie das Vaihinger Jugendhaus fast nicht mehr gefunden hätte. “Damals”, sagt Susann, “gab es hier noch keine anderen Häuser. Man konnte unser Haus schon von weitem sehen. Doch vor lauter Häusern und Bäumen hab ich es vorhin gar nicht mehr gefunden.” Lutz Kommke hat früher genau wie Susann beinahe seine ganze Freizeit im Jugendhaus verbracht. “Als das Haus noch ganz alleine ohne Nachbarschaft mitten in der Pampa stand, das war die beste Zeit”, erinnert er sich. Das Gefühl von grenzenloser Freiheit war es, das Lutz Kommke damals immer wieder in das Haus zog. Heute sind beide um die 30 Jahre alt.

In diesen Tagen feiert ihr altes Jugendhaus sein 20-jähriges Bestehen, darum sind sie noch einmal zurückgekehrt. Zusammen mit ihren Freunden aus den 80-er Jahren wollten sie diesen runden Geburtstag ordentlich begießen. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda und über eine eigene Homepage haben sie es geschafft: Rund 200 ehemalige Jugendhausbesucher aus den vergangenen 20 Jahren kamen am Samstagabend zur großen “Revival-Party” in die Walter-Heller-Straße.

Trotz Partystimmung schwelgten die ehemaligen Hausgäste auch ein bisschen in Nostalgie. “Huch, hier ist ja alles so steril, das sieht ja fast aus wie im Krankenhaus”, meinte Thomas Hübner, als er die altbekannten Räume wieder betrat. “Damals war das hier alles noch nicht so professionalisiert”, pflichtet ihm der ehemalige Hausleiter Bernd Schmidt bei. “In den 80er-Jahren war das Haus ein Ort, an dem wir extremen Menschen die Möglichkeit gegeben haben, extreme Geschichten auszuleben”, erinnert sich Schmidt. Die Grufties etwa durften sich eine schwarzen Raum gestalten, in dem sie ihre Platten rückwärts nach Botschaften aus dem Jenseits abhörten, pendelten und Tischerücken veranstalteten. “Wir waren einfach kreativer”, sagt Lutz Kommke, “es gab kein Zimmer außer dem Büro, in dem wir nicht herumgewerkelt und unserer Fantasie frei Lauf gelassen haben.”

Thomas Hübner sieht das ähnlich. “Hier habe ich gelernt mich durchzusetzen und gemeinsam mit anderen Projekte durchzuführen”, sagt er. Inzwischen ist er selbständig und leitet eine kleine, erfolgreiche Firma. Durchsetzen musste sich auch Susann Schwarz, und zwar gegen ihre Eltern, “ich musste hier anfangs immer heimlich herkommen”, erzählt sie.

Das passiert heute keinem der Jugendlichen mehr. “Wir sind sind sehr bemüht, uns nach außen zu öffnen”, sagt der Leiter Klaus Hausch. Das Haus ist inzwischen mehr als ein Tanzpalast oder eine gemütliche Teestube. Zusammen mit den Schulen bietet Klaus Hausch Sportfreizeiten, Workshops zur Suchtprävention oder Internet-Crashkurse an. Seit einigen Jahren gibt es im Haus auch Kinderprogramme. “Wir sehen uns heute ganz klar als Dienstleister”, sagt Hausch. Professionell gestaltete Projekte und eine eigene Homepage zeugen von dieser Richtungsänderung.

Text und Bild: Nadja Linkenheil


Vaihinger Schaufenster vom 23.02.2001

Zeitungsartikel im Vaihinger-Schaufenster vom 23.02.2001
Zeitungsartikel im Vaihinger-Schaufenster vom 23.02.2001

Erinnerungen ans “alte” Jugendhaus

“20 Jahre am Puls der Zeit” fühlt sich das Jugendhaus Vaihingen. Zum Jubiläum gehörte eine Revival-Party. Rund 200 ehemalige Jugendhausbe­sucher trafen sich in bester Laune, um Erinnerungen auszutauschen. Unser pp-Bild zeigt (von links) Thomas Hübner, Bernd Schmidt, Susann Schwarz und Lutz Kommke und Jugendhaus-Chef Klaus Hausch.

Text und Bild: Nadja Linkenheil


Vaihinger Schaufenster vom 23.02.2001

Zeitungsartikel im Vaihinger-Schaufenster vom 23.02.2001
Zeitungsartikel im Vaihinger-Schaufenster vom 23.02.2001

Erinnerungen ans “alte” Jugendhaus

“20 Jahre am Puls der Zeit” fühlt sich das Jugendhaus Vaihingen. Zum Jubiläum gehörte eine Revival-Party. Rund 200 ehemalige Jugendhausbe­sucher trafen sich in bester Laune, um Erinnerungen auszutauschen. Unser pp-Bild zeigt (von links) Thomas Hübner, Bernd Schmidt, Susann Schwarz und Lutz Kommke und Jugendhaus-Chef Klaus Hausch.


Vaihinger Schaufenster vom 20.02.2001

Zeitungsartikel im Vaihinger-Schaufenster vom 20.02.2001
Zeitungsartikel im Vaihinger-Schaufenster vom 20.02.2001

20 Jahre Jugendhaus

Jubiläumsparty – Mit einer Reihe von Festveranstaltungen unter dem Motto “20 Jahre am Puls der Zeit -20 Jahre Jugendhaus” wird in die­sem Jahr Jubiläum gefeiert. Auf­takt ist mit der “Revival-Party” am Samstag, 24. Februar, ab 20 Uhr. Jugendhausbesucher aus den letz­ten 20 Jahren, insbesondere auch aus den 80ern treffen sich an histo­rischer Stätte, um eine der legendä­ren Jugendhaus-Discos zu veran­stalten.